Redesigning Democratic Representation

Demokratien stecken in der Krise. Dabei spielt besonders die repräsentative Funktion der Parlamente im aktuellen Diskurs keine ausreichend relevante Rolle.

Das Forschungsvorhaben Re-De-Re möchte die prozessuale und performative Dimension dieser Repräsentation durch eine interdisziplinäre Kooperation der Politikwissenschaft mit dem Design näher beleuchten. So soll ein iterativer und konstruktiver Forschungsprozess ermöglicht werden, der konkrete Handlungsempfehlungen entwirft.

Aktuelle Phänomene werden so nicht nur erfasst, sondern schon im Verlauf des Projektes werden Interventionen geplant und getestet. Angesiedelt ist das Vorhaben an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg in Kooperation mit der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung. Der Projektzeitraum ist für 5 Jahre angesetzt und ist im Januar 2025 gestartet.

Aktuell

  • Veranstaltung: Reimagine Voting – Wählen neu gedacht

    03.11.2025
    18:30 Uhr
    Aula, HFBK Hamburg

    Das Forschungsprojekt Redesigning Democratic Representation von Prof. Dr. Friedrich von Borries (HFBK Hamburg) und Prof. Dr. Sven T. Siefken (HS Bund) lädt zu einer Abendveranstaltung, die das Zusammenspiel von Gestaltung und demokratischen Prozessen auslotet. „Reimagine Voting – Wählen neu gedacht“ knüpft an den Design-Wettbewerb zur Neugestaltung von Wahlen Anfang 2025 an und präsentiert Impulse, Diskussionen und Beobachtungen aus einem ganztägigen Workshop mit den Preisträgerinnen sowie Expertinnen aus Design, Verwaltung und Wissenschaft.

    Programm

    Begrüßung: Prof. Dr. Friedrich von Borries

    Impulsvorträge zum Spannungsfeld von Gestaltung und Demokratie, moderiert von Philipp Cartier:
    Dr. Andreas Unteidig, Co-Leiter Master Eco-Social Design an der Hochschule Luzern
    Dr. Anke Gruendel, Politikwissenschaftlerin an der Leuphana Universität Lüneburg
    Prof. Dr. Stephan Bröchler, Landeswahlleiter Berlin, Professor für Politik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

    Podiumsdiskussion mit den Preisträger*innen des Design-Wettbewerbs „Redesign Democracy“: Moritz Bendl, Petra Esveld, Pauli Muszi, Daniel Afriyie Osuwu, Peter Post, Emma Rahe; Moderation: Juliane Baruck

    Abschlussstatement: Prof. Dr. Sven T. Siefken

    Sektempfang zum Ausklang

    Das Projekt wird gefördert von der Volkswagen Stiftung
    Kooperationspartner: Deutscher Design Club e.V., Demokratie Innovation e.V.

  • Erster Wahlkreisdialog in Frankfurt

    Ausgeloste Teilnehmende und Armand Zorn stehen im Stadthaus Frankfurt

    Am Samstag, den 27. September, fand im Wahlkreis 181, Frankfurt am Main I, der erste Wahlkreisdialog statt. 22 ausgeloste Personen zwischen 16 und 92 Jahren kamen zusammen. Gemeinsam mit einem der drei Projektabgeordneten, Armand Zorn, diskutierten sie die Frage: Wie können wir die Beziehung zwischen Politik und Gesellschaft besser gestalten?

    Die Teilnehmenden wurden durch das sogenannte Aufsuchende Losverfahren gewonnen. Dabei werden Teilnehmende aus dem Melderegister ausgelost. Diejenigen, die nicht auf den Einladungsbrief antworten, werden zuhause besucht, um mögliche Beteiligungshürden abzubauen. Dadurch wird eine sehr diverse Gruppe an Teilnehmenden zusammengebracht – Menschen verschiedener sozial-ökonomischer Herkünfte, Menschen mit Fluchterfahrung oder Migrationsgeschichte sowie Menschen mit unterschiedlichem Interesse an oder Vertrauen in die Politik.

    Herausforderungen von demokratischer Repräsentation

    Gemeinsam mit Armand Zorn (für den Wahlkreis Frankfurt am Main I im Bundestag und einer der drei Abgeordneten, die wir im Forschungsprojekt begleiten) sammelten die Teilnehmenden zunächst die Herausforderungen und die Kritik am Status Quo politischer Repräsentation. Im Anschluss entwickelten die Teilnehmenden in Kleingruppen Ideen für die Verbesserung von Repräsentation. Dabei diskutierten sie Vorschläge für die Politik, aber auch, welchen Beitrag die Gesellschaft leisten sollte.

    Teilnehmende bei der Kleingruppenarbeit

    Die Ergebnisse wurden an Armand Zorn übermittelt. Dieser meldet sich per Video bei den Teilnehmenden zurück, beantwortet ihre Fragen und reagiert auf ihre Ideen.

    Die Kleingruppenmoderatorin stellt die Ergebnisse der Kleingruppe vor

    Repräsentation ist keine einseitige Beziehung

    Der erste Wahlkreisdialog hat gezeigt, dass das Bedürfnis nach Austausch zum Thema Repräsentation groß ist und dass er funktioniert. Die Mischung aus unterschiedlichen Perspektiven machte die Diskussion lebendig und ehrlich. Gleichzeitig ist das Thema komplex und oft abstrakt. Deutlich wurde: Repräsentation ist keine einseitige Beziehung. Politiker:innen sollten zuhören, transparent handeln und Brücken schlagen. Und die Gesellschaft muss für das Funktionieren von Repräsentation ebenfalls etwas beitragen.

    Ein paar Stimmen der Teilnehmenden:

    „Ich verlasse den Tag mit mehr Fragen, aber auch mit neuer Motivation.“

    „Ich habe Lust bekommen, selbst wieder PolitikerInnen zu kontaktieren.“

    „Es hat gezeigt, dass wir mehr gemeinsam haben, als wir oft denken.“  

  • Neue Perspektiven für die Wahlurne der Zukunft

    Neue Perspektiven für die Wahlurne der Zukunft: Preisträger:innen des Designwettbewerbs „Redesign Democracy“ ausgewählt

    Die Jury des Designwettbewerbs „Redesign Democracy – Wählen neu gestalten“ hat vier herausragende Entwürfe prämiert. Organisiert wurde der Wettbewerb von der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) im Rahmen des Forschungsprojektes Redesigning Democratic Representation von Prof. Dr. Friedrich von Borries (HFBK Hamburg) und Prof. Dr. Sven T. Siefken (Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung). Ziel war es, angemessene und visionäre Konzepte zu entwickeln, die den uralten demokratischen Akt des Wählens aufwerten.

    Über 50 Anmeldungen aus Deutschland und zahlreichen weiteren Ländern, darunter Belgien, Chile, Slowenien und Türkei, zeugen von einem breiten Interesse an der Aufgabe. Die hochkarätige Jury aus Expert:innen aus Politik, Verwaltung, Design und Wissenschaft hat vier Beiträge a 1.000 Euro Preisgeld ausgewählt.

    „Deine Wahl“ von Pauli Muszi
    „Fanticket“ von Peter Post und Petra Esveld
    „Meros“ von Daniel Afriyie Owusu
    „Aus ungestaltet wird umgestaltet“ von Moritz Bendl und Emma Rahe
  • Open Call: Redesign Democracy – Wählen neu gestalten

    Die Stimmabgabe bei einer Wahl ist der zentrale Moment, in dem die Bevölkerung ihre demokratische Macht aktiv ausübt. Sie vollzieht sich, wenn die Kreuze gesetzt sind und der Wahlzettel in die Wahlurne fällt. Doch drückt sich dieser grundlegende demokratische Akt in der gestalterischen Erscheinung der Wahlurnen angemessen aus? Sicherlich nicht, wenn, wie in einigen deutschen Wahlbezirken, die Bürger*innen ihre Wahlzettel in eine umfunktionierte Mülltonne werfen.

    Im Rahmen des Forschungsprojektes "Redesigning Democratic Representation" lobt die HFBK Hamburg anlässlich der Bundestagswahl 2025 einen Wettbewerb für das Re-Design von Wahlurnen und den Prozess des Wählens aus. Wie könnten die Wahlurnen der Zukunft aussehen? Wie kann sich die performative Handlung „Wählen“ weiterentwickeln, und in welchen – auch virtuellen Räumen – wird Wählen zukünftig stattfinden? Weitere Informationen zur Ausschreibung finden sich hier: Open Call

Arbeitsweise

Design

von Objekten, Prozessen und Interaktionen

Beteiligung

mit Mini-Publics

Testen

in der politischen Praxis

Beobachtung

von drei Abgeordneten

Das Projektteam widmet sich dieser demokratischen Herausforderung mit dem Ziel, die Mechanismen der Interaktionen zwischen gewählten Vertreter:innen und Bürger:innen zu verstehen und so praktische Ideen für bürgernahe Modelle der politischen Repräsentation zu entwickeln. Das Team begleitet drei Bundestagsabgeordnete aus verschiedenen Parteien für insgesamt 100 Tage zu verschiedenen Aktivitäten im Wahlkreis, in der Partei und in Berlin im Austausch mit Gremien, Ministerien und Interessengruppen.

Gemeinsam mit ihnen und den Praxispartner:innen entwickeln die beteiligten Wissenschaftler:innen in einem experimentellen Co-Design-Prozess neue Ideen für politische Repräsentation.

Das transdisziplinäre Team verbindet künstlerische und kreative Forschungsperspektiven mit politikwissenschaftlichem Wissen und ethnografischen Methoden. Drei Austauschformate für Bürger:innen mit den spezialisierten Praxispartner:innen sind Teil der Forschungsmethode, um die Erwartungen der Bürger:innen an politische Repräsentation in den Gestaltungsprozess einzubeziehen.

HFBK Hamburg

künstlerisch

Wissenschaft

Beteiligte Abgeordnete

  • MdB Sepp Müller
    (CDU)

    ist diplomierter Bankbetriebswirt, war als Finanzberater tätig und hat 2021 den Wahlkreis Dessau-Wittenberg gewonnen. Der Familienvater engagiert sich intensiv für die lokalen Anliegen seiner Herkunftsregion auf Bundesebene. 

  • MdB Hanna Steinmüller
    (Bündnis 90/Die Grünen)

    ist seit 2021 direkt gewählte Abgeordnete für Berlin-Mitte. Nach dem Studium der Sozialwissenschaften war sie bereits früh als Referentin in politischen Berlin aktiv. Sie sitzt im Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen.

  • MdB Armand Zorn
    (SPD)

    vertritt seit 2021 den Wahlkreis 182 (Frankfurt am Main I). Geboren in Kamerun kam er 2000 nach Deutschland und hat Politik- und Verwaltungswissenschaften studiert. Er sitzt im Ausschuss für Digitales und ist Teil des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung. 

Zivil-gesellschaft
Hochschule des Bundes

wissenschaftlich

Team

Prof. Dr. Friedrich von Borries lehrt Designtheorie an der Hochschule für bildende Künste Hamburg . Er forscht über das Verhältnis von Gesellschaft und Gestaltung, beschäftigt sich mit Nachhaltigkeit und den Möglichkeiten gesellschaftlicher Transformation und agiert im Spannungsfeld von Architektur, Design und Kunst.

Prof. Dr. Sven T. Siefken ist Professor für Politikwissenschaft an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung. Seine aktuellen Arbeiten befassen sich mit Koalitionspolitik, parlamentarischen Ausschüssen, Parlamenten in der Pandemie und der Zukunft der demokratischen Vertretung.

Juliane Baruck ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HFBK Hamburg. Sie ist Prozessgestalterin für Beteiligungsprozesse und Mitglied im Bundesvorstand des Vereins Mehr Demokratie. Darüber hinaus verantwortet sie beim Thinktank Das Progressive Zentrum sowie bei der Initiative Es geht LOS vielfältige Projekte, die sich eine resiliente Demokratie, Repräsentation und Teilhabe zum Ziel setzen. 

Philipp Cartier ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HFBK Hamburg, er promoviert zur Entstehung und Bedeutung politischer Entwürfe. Bereits 2022 haben er und andere Mitstreiter:innen die Gestaltungszentrale Politik e.V. gegründet, die mit praktischen Angeboten im politischen Betrieb die Transformation politischer Gestaltungskultur vorantreibt. 

Demokratie Innovation e.V. ist Träger der Initiative Es geht LOS, die sich für die Innovation und Weiterentwicklung losbasierter demokratischer Formate einsetzt. Dabei steht die Einbindung diverser Perspektiven mit einem Fokus auf unterrepräsentierte Gruppen im Zentrum. Die Expertise aus dem Projekt "Hallo Bundestag", welches die Repräsentation zwischen Bundestagsabgeordneten und Bevölkerung auf Wahlkreisebene stärkt, kommt im Forschungsprojekt zum Einsatz: Der Verein beleuchtet die Frage von Repräsentation aus Sicht der Bevölkerung und wird dafür losbasierte Beteiligungsformate durchführen. 

Der Deutsche Design Club e.V. (DDC) ist der führende Verein für herausragende Designer:innen aller Disziplinen in Deutschland. Hier stehen Themen rund um die Transformation der Designbranche, aber auch der Einsatz von Design für Wirtschaft und Gesellschaft im Zentrum. Im Rahmen des Forschungsprojektes bringt der DDC diese vielfältige Designkompetenz in verschiedenen Formaten wie Workshops und Wettbewerben mit ein. Als Netzwerkpunkt ermöglicht der DDC darüber hinaus den Zugang auf ein breites Feld an Designer:innen. 

Kontakt

Bei Fragen zum Forschungsprojekt bitte schreiben an: redesign-democracy@hfbk-hamburg.de

Pressekontakt: Beate Anspach | HFBK Hamburg | Lerchenfeld 2 | 22081 Hamburg | Tel. +49 40 42 89 89 405 | beate.anspach@hfbk.hamburg.de

Für das Forschungsprojekt haben wir einen Newsletter eingerichtet, der unregelmäßig informiert: Anmeldung

Impressum

Redesigning Democratic Representation ist ein gemeinsames Forschungsprojekt von Prof. Dr. Friedrich von Borries (HFBK Hamburg) und Prof. Dr. Sven T. Siefken (Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung).

Kooperationspartner sind der Deutsche Design Club (DDC) und der Verein Demokratie Innovation.

Das Projekt wird gefördert von der VolkswagenStiftung.

Diese Website erscheint im Rahmen des Forschungsprojekts Redesign Democratic Representation (ReDeRe).

Anbieter dieses Internet-Auftritts ist die Hochschule für bildende Künste Hamburg, gesetzlich vertreten durch den Präsidenten Martin Köttering

Anschrift

Hochschule für bildende Künste (HFBK)
Lerchenfeld 2
22081 Hamburg
Tel.: +49 40 42 89 89-405
E-Mail: webmaster@hfbk.hamburg.de
Web: www.hfbk-hamburg.de

Inhaltlich Verantwortlich

Prof. Dr. Friedrich von Borries (Anschrift wie oben) 

Zuständige Aufsichtsbehörde

BWFGB, Hamburger Str. 37, 22083 Hamburg
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE 296835711

Gestaltung & Programmierung

Lukas Siemoneit 

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Datenschutzerklärung

Es gilt die Datenschutzerklärung der Hochschule für bildende Künste Hamburg
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Ein Projekt der Hochschule für bildende Künste Hamburg und der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Design Club e.V. (DDC) und Demokratie Innovation e.V. Gefördert von der Volkswagen Stiftung. Kooperationspartner: World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026

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